Wie Alphawave GmbH systematische Handelsmodelle entwickelt – eine gemeinsame F&E-Case Study

Veröffentlicht am
27.11.2025
Autor:in
Julia Rosen
Lesezeit
5 min
Kategorie
Insights

Julia Rosen

Corporate Communication

In einem Marktumfeld, das von hohen Datenvolumina, schnellen Marktbewegungen und zunehmender Automatisierung geprägt ist, gewinnen systematische Handelsansätze immer stärker an Bedeutung. Besonders entscheidend ist dabei die Verbindung aus datengetriebener Forschung, stabiler Softwareinfrastruktur und konsequenter Risikostruktur.

Alphawave ist ein Düsseldorfer Proprietary-Trading-Anbieter, mit dem 123 Invest seit 2016 in einem gemeinsamen Joint Venture und auf Basis eines Lizenzvertrags zusammenarbeitet. Im Rahmen dieser Kooperation werden systematische Intraday-Handelsmodelle entwickelt, getestet und operativ umgesetzt. Diese Case Study beleuchtet die gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsphase sowie die technische Implementierung des Modells Absolute Return I (NC 4.5).

Wer ist Alphawave?

Alphawave ist ein systematischer, quantitativer Handelsanbieter, der ausschließlich auf eigene Rechnung handelt. Der Ansatz beruht auf:

  • probabilistischer Modellentwicklung,
  • datengetriebenen Einstiegs- und Ausstiegslogiken,
  • vollständig regelbasierten Entscheidungsstrukturen
  • und aktivem Intraday-Risikomanagement.

Die Handelsstrategie wird intern entwickelt, während die technische Plattform, inklusive Backtesting-Umgebung, Signal- und Execution-Layer sowie Risiko- und Monitoring-Systemen, von 123 Invest bereitgestellt und kontinuierlich ausgebaut wird.

Damit entsteht ein integriertes Forschungs- und Produktionsumfeld, in dem Alphawave Modelle entwirft, testet und live handelt und 123 Invest die dafür notwendige Softwarearchitektur liefert.

Das Modell: Absolute Return I (NC4.5)

Das Modell Absolute Return I (NC 4.5) ist eine Intraday-Strategie für globale Index-Futures. Die Logik basiert auf:

  • statistisch definierten Trend­initiations- und Reversionsmustern,
  • mehreren unabhängigen Filterebenen zur Validierung,
  • dynamisch gesteuertem Risikobudget,
  • intraday-basiertem Exekutionsdesign (keine Overnight- oder Weekend-Positionen).

Ziel des Modells ist nicht das Verfolgen von Momentum, sondern das Erkennen von strukturellen Phasen, in denen Marktbewegungen beginnen oder überdehnt sind, häufig ausgelöst durch Preisineffizienzen („Dislocations“).

Gemeinsame Entwicklungs- und Validierungsphase

Iterative Modellentwicklung

Die Entwicklung des Modells erfolgte über mehrere Jahre hinweg in iterativen Zyklen:

  1. Hypothesenbildung basierend auf Marktstruktur, mikrostrukturellen Mustern und statistischen Beobachtungen.
  2. Modellvariation und -vergleich über verschiedene Parameter, Filterkombinationen und Regimebedingungen.
  3. Walk-Forward-Tests, um Modelle unter sich verändernden Marktbedingungen zu testen.
  4. Robustheits- und Sensitivitätsanalysen, um sicherzustellen, dass das Modell nicht auf Einzelfälle oder Überanpassungen reagiert.

Die technische Grundlage dafür bildet der 123 Invest Performance Trader, der es Alphawave ermöglicht:

  • Backtests reproduzierbar und in hoher Frequenz auszuführen,
  • Parametervariationen automatisiert zu vergleichen,
  • Stressszenarien und Extremphasen abzubilden,
  • Modellversionen historisch gegeneinander zu benchmarken,
  • zentrale Risikokennzahlen konsistent zu analysieren und
  • die Strategien im Live-Handel vollständig automatisiert umzusetzen.

Walk-Forward-Backtesting über 17 Jahre

Anstatt auf rein rückblickendes Optimieren zu setzen, wurde das Modell über einen Walk-Forward-Prozess von 2008–2024 evaluiert.

Dabei geht es weniger um absolute Zahlen, sondern um:

  • Stabilität des Verhaltens über Marktzyklen,
  • Plausibilität der Trade-Logiken,
  • Reproduzierbarkeit der Signale,
  • Kohärenz der Risikometriken im Zeitverlauf.

Gerade in Stressphasen zeigte sich, dass die Strategie nicht mit klassischen Markttrends korreliert, sondern ein eigenständiges Muster aufweist, das sich nicht an Indexbewegungen orientiert.

Live-Einsatz: April 2024 – November 2025

Nach Abschluss der F&E-Phase wurde das Modell im April 2024 erstmals in der Praxis eingesetzt.
Die ersten 18 Monate zeigen vor allem eines: Das modellierte Verhalten spiegelt sich auch im Live-Einsatz erkennbar wider.

Im Fokus standen dabei nicht einzelne Kennzahlen, sondern:

  • die Konsistenz der Signale,
  • die Einhaltung der Risikobudgets,
  • die Qualität der Ausführung,
  • und das Zusammenspiel zwischen Modell und Infrastruktur.

Die Live-Umsetzung bestätigt, wie wichtig eine stabile technische Plattform ist – insbesondere für:

  • die zeitkritische Verarbeitung von Intraday-Daten,
  • robuste Execution-Flows,
  • die Überwachung von Risikolimits in Echtzeit,
  • und die Nachvollziehbarkeit aller Trades.

Warum das Modell technisch funktioniert

1. Multi-Condition Filtering

Trades werden nur ausgeführt, wenn mehrere unabhängige Filter gleichzeitig ein statistisch vorteilhaftes Muster bestätigen. Dadurch wird vermieden, dass einzelne, rauschhafte Signale zu Aktionen führen.

2. Datengetriebene Trend- und Reversionsidentifikation

Die Strategie erkennt frühe Trendphasen oder überdehnte Bewegungen, ohne in klassisches Momentum-Chasing zu verfallen.

3. Intraday-Fokus

Keine Positionen werden über Nacht oder über das Wochenende gehalten, was das Exposure gegenüber unkontrollierbaren Gaps reduziert.

4. Technische Präzision durch den Performance Trader

Der Performance Trader liefert:

  • konsistente Backtesting-Strukturen,
  • reproduzierbare Simulationen,
  • integriertes Risikomanagement,
  • automatisierte Ausführung,
  • transparentes Monitoring.

Diese Kombination ermöglicht eine geschlossene Kette von Forschung bis Handel.

Warum systematische Strategien relevanter werden

Moderne Märkte zeichnen sich durch:

  • zunehmende Algorithmisierung,
  • höhere intraday-basierte Volatilität,
  • kürzere Trendphasen,
  • und häufigere Extrembewegungen aus.

Systematische Strategien, die auf Daten, Regeln und Robustheit setzen, profitieren davon, insbesondere wenn sie auf einer stabilen, speziell dafür entwickelten Softwareumgebung laufen.

Einordnung der Ergebnisse

Die Case Study zeigt vor allem:

  • wie ein systematisches Modell über viele Marktphasen hinweg entwickelt und getestet werden kann,
  • wie wichtig technische Infrastruktur für Forschung, Validierung und Ausführung ist,
  • und wie eine integrierte Plattform wie der Performance Trader die Umsetzung erheblich erleichtert.

Die Bewertung, ob ein Modell in ein bestimmtes Mandat passt, hängt weiterhin von individuellen Zielen, Risikotoleranzen und regulatorischen Vorgaben ab.

Die technische Grundlage ermöglicht jedoch erstmals eine klare, datengetriebene Nachvollziehbarkeit aller Modellschritte — von der Idee bis zum Live-Handel.

Über Alphawave

Alphawave ist ein systematischer Proprietary-Trading-Anbieter mit Sitz in Düsseldorf. Das Unternehmen entwickelt und handelt quantitative Intraday-Modelle, die auf probabilistischen Signalen, strukturierten Risikoprozessen und datengetriebenen Entscheidungslogiken basieren. Die Strategien werden ausschließlich auf eigene Rechnung umgesetzt und fortlaufend anhand historischer und aktueller Marktdaten weiterentwickelt.

Über die 123 Invest Group

Die 123 Invest Group stellt Alphawave die technologische Infrastruktur und Softwareumgebung bereit, die für die Entwicklung, das Backtesting und den Betrieb systematischer Handelsmodelle erforderlich ist. Die Zusammenarbeit fokussiert sich auf robuste, skalierbare Technologien für datengetriebene quantitative Strategien, insbesondere über die Softwarelösung Performance Trader, eine integrierte Plattform für Analyse, Modellvalidierung und automatisierte Ausführung.

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erstellt von Julia Rosen in Zusammenarbeit mit dem gesamten Team

Weitere Informationen über die 123 Invest Gruppe erhalten Sie unter www.1-2-3-invest.de

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